Österreichischer Milizverlag
"Karl Freiherr von Birago" von Bruno W. Koppensteiner Preis € 12,--
Bruno W. Koppensteiner: Karl Freiherr Von Birago: Brückenkonstrukteur, Festungsbauer und Diplomat.
275 Seiten, zahlreiche Abbildungen. Format A5. Salzburg 2005. ISBN 978-3-901185-24-0.

Aus lombardischem Landadel stammend, erlebte Carlo Birago als junger Mann die Wirren der napoleonischen Kriege und trat als Zwanzigjähriger in die Armee des Königreichs Italien ein. Ab 1814 in kaiserlichen Diensten stehend, wurde er zu Versuchen herangezogen, das bis dahin unbefriedigende Kriegsbrückenwesen zu verbessern, wobei er durch seine praktischen Vorschläge wie zum Beispiel seine unkonventionelle Bockkonstruktion auf sich aufmerksam machte. Mit seiner Idee, die schwerfälligen Pontons zu teilen, erreichte er schließlich, dass die Einzelteile leichter und damit schneller transportierbar wurden. Auf der anderen Seite ließ sich durch Zusammenfügen mehrerer Teile die Tragkraft den jeweils gestiegenen Anforderungen anpassen.

Mit dieser neuartigen Brückenkonstruktion stieß er jedoch auf massive Ablehnung der etablierten Führungsschicht der Pioniere und Pontoniere,
die sich durch den Außenseiter – er kam ursprünglich von der Kartografie – konkurrenziert fühlten. Gefördert von weitblickenden habsburgischen Erzherzögen wie Karl und Maximilian und unterstützt durch den Chef des Generalquartiermeisterstabes FM Heß gelang seiner genialen Idee letztendlich der Durchbruch und das vom ihm konstruierte Brückengerät wurde zuerst im Herzogtum Modena und dann auch in Österreich eingeführt. Die meisten europäischen Staaten von Schweden bis Piemont und bis zur Türkei folgten und wählten das Birago-Gerät als Standardbrücke für ihre Armee. Österreich wurde zum Mekka der Pioniere und alle Staaten entsandten Offiziere nach Wien, um bei Birago zu lernen. Für seine Leistung wurde er von zahlreichen gekrönten Häuptern Europas mit hohen Orden ausgezeichnet und von wissenschaftlichen Institutionen geehrt.

Heute ist der Name Birago nur mehr wenigen ein Begriff – sehr zu Unrecht, denn er war ein Mann von außerordentlichen Fähigkeiten und hat viel für seine zweite Heimat Österreich geleistet.

Bild vom Buch

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