Österreichischer Milizverlag
"Erzherzog Eugen 1863 - 1954" von Rupert Stummer

Stummer, Erzherzog Eugen 1863 - 1954, 320 Seiten, mit farbigen Abbildungen, Salzburg 2009. ISBN 978-3-901185-39-7. Preis € 26,--

Er entstammt der Habsburg-Teschener Linie und wurde am 21.05.1863 in Großseelowitz (Mähren) als Sohn Eh. Ferdinand und Ehn. Elisabeth geboren. Eugen war ein Enkel des legendären Aspern Siegers Eh. Karl Eh. Eugen war vorrangig Offizier und war für die damalige Zeit von sehr großen Wuchs, war eine sehr stattliche Erscheinung und hatte besonders markante Gesichtszüge. Seine Anwesenheit in der Nähe des Kaisers war sehr gern gesehen, insbesondere bei den Damen. Als Offizier stieg er bis zum Feldmarschall auf und wurde im 1.WK größtenteils am Isonzo-Kriegsschauplatz eingesetzt. Seine zweite Laufbahn war die des Hoch- und Deutschmeisters, vorerst Koadjutor und ab 1894 Hochmeister des Dt. Ritterordens bis zu einem freiwilligen Rücktritt nach dem Untergang der Monarchie nämlich im Jahre 1923, um den Orden am Leben zu erhalten. Er war im Wohlfahrts-. Sanitätsdienst- und Schulerziehungsbereich sowie als Bauherr sehr engagiert, präsent und erfolgreich. Als Hochmeister war er dem Zölibat verpflichtet, daher unverheiratet. Als Privatmann war er sehr kunstsinnig, hatte eine wunderbare Baritonstimme, besuchte nebenbei viele Opernaufführungen und war ein großer Sammler von Waffen, Büchern usw. und außerdem ein versierter Kunstkenner. Er kaufte 1898 die Veste Hohenwerfer in Salzburg, ließ diese fürstlich ausbauen und einrichten, nach dem großen Brand der Burg 1931 ließ er diese vom Exil (1919-1934) aus gänzlich wiederrichten und übergab diese 1938 schließlich zur Sicherung der Pensionen seiner Angestellten, dem Reichsgau Salzburg. Eh. Eugen war der erste Habsburger, der ohne die Habsburger-Verzichtserklärung unterschrieben zu haben, in seine Heimat 1934 nach Österreich zurückkehren durfte. Nach dem Rückkehr aus dem Exil lebte er in der Deutschordens-Niederlassung in Gumpolddkirchen (NÖ), die Nationalsozialisten konfiszierten aber diese 1938 und er musste die Kriegszeit in Wien verbringen. Bei Kriegsschluss floh er nach Tirol, war dann in Igls bei Innsbruck ansässig und verbrachte dort seinen Lebensabend. Er verstarb 1954, im 92. Lebensjahr und war bereits zu seinen Lebzeiten eine Legende in Tirol, nördlich und südlich des Brenners.




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